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Werefkin Marianne

Das gelbe Bett. Um 1905 Aquarell und Gouache auf Papier, auf Karton Unten rechts monogrammiert: MW. Auf der Kartonunterlage eine Widmung an Diego Hagmann als Dank und Zeichen der Freundschaft, unterzeichnet "Marianne v. Werefkin" und datiert Weihnachten 1930. Verso auf Etikett betitelt. Gerahmt 24.8 × 34 cm (Papiergrösse) Provenienz: Galleria Castelnuovo Trudi Neuburg-Coray, Ascona (verso Etikett; dort datiert um 1905); Privatbesitz, Schweiz Ausstellung: Marianne von Werefkin, Galleria Castelnuovo, Ascona, 17. September – 11. November 1967, Nr. 3 (mit Abbildung im Ausstellungskatalog) Die auf der Kartonunterlage des vorliegenden Werkes an Diego Hagmann (1894–1986) gerichtete Widmung zeugt von der persönlichen Verbindung zwischen dem Sammler und Marianne von Werefkin. Hagmann und seine Frau Carmen (1905–2001) lernten die Künstlerin 1928 kennen und unterstützten sie in einer Zeit finanzieller Schwierigkeiten. Als Freund und Mäzen setzte sich Diego Hagmann auch für die Bewahrung ihres künstlerischen Nachlasses ein und war 1939 an der Gründung der Marianne-Werefkin-Stiftung in Ascona beteiligt. Marianne von Werefkin zählt zu den bedeutenden Wegbereiterinnen des Expressionismus und prägte durch ihr Wirken die europäische Avantgarde massgeblich. Ihr Schaffen zeichnet sich durch ausdrucksstarke Farbigkeit, psychologische Tiefe und eine unverwechselbare Bildsprache aus. Im Jahr 1870 in Tula geboren, wurde sie aufgrund ihres zeichnerischen Talents früh gefördert und erhielt eine fundierte künstlerische Ausbildung bei Ilja Repin in Moskau. 1896 zog sie mit Alexej Jawlensky nach München, wo sie dessen künstlerische Entwicklung über Jahre hinweg förderte und sich selbst zugunsten seiner Laufbahn malerisch zurücknahm. Erst nach einer längeren Schaffenspause wendete sie sich wieder verstärkt der eigenen Malerei zu und entwickelte eine unverwechselbare künstlerische Position. 1909 gehörte sie zu den Mitbegründerinnen der Neuen Künstlervereinigung München; später stand sie dem Umfeld des Blauen Reiters nahe. Nach dem Ersten Weltkrieg lebte sie in Ascona, wo sie 1938 starb. In expressiver Farbigkeit und dynamischem Pinselduktus entfaltet Marianne von Werefkin eine intime, zugleich spannungsvolle Interieurszene. Das grosse Himmelbett, der dunkle Holzschrank und das hohe Fenster bestimmen die Komposition. Links im Raum sitzt eine Frau in schwarzem Kleid mit weissem Kragen, dem Betrachtenden den Rücken zugewandt, und malt im schräg einfallenden Licht. Ob es sich um ein diskretes Selbstporträt aus der Münchner Zeit handelt, bleibt offen. Die Figur eröffnet jedoch eine reizvolle Lesart der Darstellung als Reflexion über von Werefkins eigenes Künstlerinnendasein und rückt sie als schöpferisch tätige Akteurin ins Zentrum. Die kühlen Grau- und Blautöne der Wände, der Fensterscheiben und teilweise des Bodens stehen in wirkungsvollem Kontrast zum leuchtenden Gelb der Rideaus des Betts, den warmen Rot- und Ockertönen sowie den tanzenden orangerosa Lichtflecken im Vordergrund. Mit vereinfachten Formen, markanten Konturen und einer freien, stellenweise skizzenhaften Malweise verwandelt von Werefkin eine alltägliche Szene in ein ausdrucksstarkes, beinahe bühnenhaft inszeniertes Farb- und Lichterlebnis. Ausrufdatum: 28.11.2026 Ausrufzeit: 14:30 MEZ Allgemeine Informationen: Für schriftliche oder telefonische Gebote füllen Sie bitte bis spätestens Dienstagmittag (24.11.2026) unser Online-Bietformular aus.
Utropspris:SEK 178,916.23
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